Pfarrer
Pfarrer Robert Naefgen-Neubert Pfarrerin Miriam Neubert Hauptstrasse 2 7028 St. Peter Tel. +41 81 374 11 55 Fax + 41 81 356 41 87
robert.naefgen-neubert@gr-ref.ch
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Die vom evang. Grossen Rat erlassenen Kollekte sind an die evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden, Kolekktenkasse, 7000 Chur, PC 70-614-4, zu überweisen.

Die Kirche von Molinis - Früher
Der Dorfname Molinis (romanisch: Molinas) ist erstmals im Jahre 1335 in einer Urkunde zu finden und zwar in der Form "Mulina" (=Mühle). Die Gemeinde gehörte bereits damals zur Pfarrei St. Peter. Aber sie besass zu jener Zeit keine eigene Kirche. Ein Gotteshaus wurde vermutlich erst zwischen 1440 und 1509 gebaut. Es wurde dem Heiligen Bartholomäus geweiht.
Um 1530 trat Molinis zur Reformation über. Dies war der Zeitpunkt, an welchem sich auch die anderen Bewohner des Tales mehrheitlich dem evangelischen Glauben zuwandten. - Am 31. Oktober 1699 bewilligte der Rat von Chur einen Beitrag an den Kirchenbau in Molinis; offenbar wurde um diese Zeit der Chor neu gebaut. Um 1720 - 1730 erhielt das Gotteshaus eine einfache, fein gearbeitete Polygonkanzel.

Ende des 19. Jahrhunderts - oder war es erst geraume Zeit später? - wurde der Turm mit einer gezimmerten Glockenstube, einer unschönen "neugotischen" Konstruktion, ausgestattet. 1842 hatte Franz Theus in Felsberg eine Glocke für die Moliniser Kirche gegossen; 1904 kam aus der Werkstatt von Jakob Egger in Staad eine zweite hinzu.
In den Jahren 1936/1937 mussten an der Friedhofmauer grössere Instandstellungsarbeiten an die Hand genommen und ausgeführt werden.
1975 wurde die Kirche einer umfassenden Aussen- und Innenrenovation unterzogen. Dabei wurde unter anderem die "neugotische" Glockenstube entfernt, bzw. durch eine zeitgemässere und stilgerechtere Konstruktion ersetzt. Allerdings büsste der Turm damit zeitgleich auch etwas von seiner bisherigen Höhe ein. Unter der fachkundigen Leitung des Dipl. Architekten ETH Christian Brunold, Arosa, gelang es, dem Kircheninneren eine ansprechende Atmosphäre zu verleihen. Schlichtheit und doch Wärme. Eine Stätte, welche die Gottesdienstbesucher der kleinen Gemeinde an der Plessur von eben dieser Einfachheit her zu schätzen wissen.

Die Kirche von Molinis - in jüngster Zeit
Bilder der Zerstörung vom 29. Juli 1980

Herbst 1979 Die evangelische Kirchengemeinde Kloten ermöglicht durch eine grosszügige Vergabung die Renovation des Glockenstuhls der Kirche und den Einbau eines elektrischen Läutewerkes.
Dienstag, 29. Juli 1980 Kurz nach 18.00 Uhr. Schwere Unwetterkatastrophe in Mittelbünden. Ein heftiges Gewitter entlädt sich im Hochwanggebiet. Molinis erlebt einen schrecklichen Unglücktstag. Mit einem Schlag brechen Fluten von Geschiebe, Felsbrocken, Geröll und Schlamm, meterhoch vom Fatschazertobel und vom Telfsbach herabgeschwemmt über das Dorf hinein. Ein bedrückendes Bild. Was da die Einwohner an Angst, Schrecken und Verzweiflung erleben: Niemand wird es je ganz schildern können. Auch die Kirche ist stark in Mitleidenschaft gezogen. Vom gewaltigen Rüfenniedergang her ist Geschiebe durch die Fenster ins Innere eingedrungen und hat sich hier zunächst meterhoch aufgestaut. Explosionsartig ist dann plötzlich die westliche Fassadenwand (bzw. -Mauer) zwischen dem Turm und der Giebelfassade auseinandergeborsten. Die Kirche und der Friedhof bilden eine Stätte der Zerstörung. Auf lange Zeit hinaus sind sie beide unbenützbar geworden. Die Gottesdienste werden von jetzt an im Schulhaus abgehalten.
25. Dezember 1980 Weihnachten. Molinis erlebt erstmals seit Menschengedenken seine kirchliche Christbaumfeier nicht im Gotteshaus, sondern im Zivilschutzkeller, gewissermassen "Weihnachten im Bunker". Unwillkürlich fragt man sich in der schwergeprüften Gemeinde: "Werden wir jemals wieder aus den Nöten herauskommen, die uns so hart getroffen haben?" Man hat es erschrocken erfahren: "In den Bergen leben, heisst auch mit der Gefahr leben." Aber man erlebt jetzt zutiefst beeindruckt und beglückt auch Gegenteiliges, Grossartiges: In überwältigender Tatkraft bringt das Schweizervolk Hilfe. Unabdingbar steht fest: Das Dorf soll wieder aufgebaut werden. Niemand muss abwandern. Man wird unter grossem Kostenaufwand Verbauungen erstellen, die nach menschlichem Ermessen in Zukunft allfälligen Naturkatastrophen trotzen sollten.

17. April 1981 Karfreitag. Auch das hat es zuvor nie gegeben: Eine Konfirmationsfeier "im Bunker". Zwei Burschen und zwei Mädchen werden im Zivilschutzkeller konfirmiert. Aber gerade diese vier jungen Gemeindemitglieder stehen gewissermassen stellvertretend für Jung und Alt im ganzen Dorfe da: "Wir wagen es, mit frischer Lebensbejahung frohgemut hinauszuwandern in einen neuen Lebensabschnitt!" "Neues Leben blüht aus den Ruinen. Seit einig - einig - einig!" und tatsächlich: Einig und einmütig arbeitet man am Wiederaufbau des Dorfes und der Kirche weiter.

06. Dezember 1981 Sonntag. Die Renovationsarbeiten an der Kirche sind bei weitem noch nicht abgeschlossen. Und doch würde man von nun an gerne zumindest die besonderen kirchlichen Feiern im Gotteshaus abhalten. Man möchte ein Kind taufen. Und fragt sich unwillkürlich: Wäre es nicht erfreulich und sinnreich, den ersten Gottesdienst nach so langer Zeit als Tauf-Gottesdienst zu gestalten? Gewiss! Und so versammelt sich die Gemeinde erstmals seit der Unwetterkatastrophe vom Sommer 1980 wieder in der Dorfkirche. Der Taufstand und die Kanzel sind das Einzige, was von der Innenausstattung im Gotteshaus an jenem Unglückstag einigermassen verschont geblieben ist. Beide werden jetzt freudig wieder "in Gebrauch genommen".
23. Dezember 1981 Weihnachtszeit. Die traditionelle Christbaumfeier findet in der Kirche statt. Schulkinder aus den sieben Gemeinden des Mittelschanfiggs gestalten mit Gedicht- und Liedervorträgen die Feier mit. Die Moliniser(-innen) sollen wissen: Im ganzen Tale freut man sich im voranschreitenden Wiederaufbau des Dorfes an der Plessur. Am Weihnachtstag, den 25. Dezember 1981, besammelt man sich zum Heiligen Abendmahl im Gotteshaus.
16. März 1982 Eine Dorfbewohnerin, über 73-jährig, ist gestorben. Ihre sterbliche Hülle wird auf dem Friedhof zur Erde bestattet. In der Kirche findet die Abdankung statt. Molinis hat seine beiden Stätten wieder, das Gotteshaus und den Gottesacker, um bei Beerdigungen mit den Leidtragenden und Trauernden vor Gott stillezuwerden.
17. Juli 1982 Die Wiederinstandstellungsarbeiten sind nun weitgehend vorangeschritten. Am heutigen Tage findet im festlich blumengeschmückten Gotteshaus eine kirchliche Trauung statt.
09. - 13. August 1982 Ein besonderes erfreuliches Geschehnis: Eine Orgel erhält ihren Platz in der Kirche. Sie ist das Werk der Orgelbaufirma M. Mathis & Söhne in Näfels: Eine Orgel mit sechs Registern und mechanischer Traktur und Registratur und einem Gehäuse aus Arvenholz. Der Disposionsentwurf stammt von Prof. Oreste Zanetti, Chur.
Herbst 1982 Die Restaurierungsarbeiten sind abgeschlossen. Dipl. Architekt ETH, SIA, Christian Brunold, Arosa, welcher bereits vor 25 Jahren dasselbe Gotteshaus renoviert hatte, darf sich mit der ganzen Gemeinde Molinis freuen. "Meister und Gesellen" taten ihr Bestes. Mit Hingabe und Sorgfalt arbeiteten sie an den kleinen Aufgaben genau so wie an den grossen. Und zum Eindrücklichen gehörte: Wie in vorderer Reihe und mit sichtlicher Begeisterung mehrere Einwohner und Einwohnerinnen von Molinis selber unermüdlich und tatkräftig mitarbeiteten: "Wir tun es ja für unsere Dorfkirche, für unsere Gemeinde für unsere Familien und dann doch auch für die Generationen, die nach uns kommen - und dafür ist nur unser Bestes gut genug!" Und so steht es nun "in seinem neuen Gewande" da: Das Moliniser Kirchlein. Innen und aussen fachmännisch restauriert. Der Turm des Gotteshauses wurde ansehnlich erhöht; ein ausdrücklicher Wunsch der meisten Gemeindeglieder ist damit in Erfüllung gegangen. Das Kircheninnere präsentiert sich wie neu, obwohl man zu Recht darauf bedacht war, das bisherige an Schlichtheit und Charakteristischem beizubehalten. Mit Sorgfalt hat der Fachmann der Kirche aussen und innen den geeigneten Anstrich verliehen. Täfer, Kirchenbänke, die in minutiöser Arbeit wiederhergestellte alte Kanzel, das Orgelgehäuse und die geschnitzten Schleierbretter an der Orgel: Da haben Schreiner und Schnitzer als wahre Meister ihres Faches Hervorragendes geschaffen. In feinen Schriftzügen hat der Restaurator an der Westwand wieder den Bibelspruch angebracht: "Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." (1. Joh. 4, 16) Zweckdienlich und vom ästhetischen Standpunkt her geschickt ist die Beleuchtung des Raumes gestaltet worden. Stark gewonnen hat der Innenraum dadurch, dass der frühere Klinkerboden in Schiff und Chor durch einen einfachen Holzboden ersetzt worden ist.

Die Kirche von Molinis - Heute
10. Oktober 1982 Die restaurierte Kirche wird festlich eingeweiht. Mehr als zwei Jahre nach der Unwetterkatastrophe, welche Schrecken und Nöte über die Dorfbevölkerung gebracht hatte, darf die gesamte Gemeinde - und mit ihr viele Freunde und Helfer aus nah und fern - sich im Gotteshaus versammeln, um aus erlebter Dankbarkeit heraus zu bezeugen:
" Herr ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort da deine Ehre wohnt."

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| AKTUELLES | Öffnungszeiten Auffahrt + Pfingsten 03.05.2012
Die Gemeindeverwaltung ist über die Feiertage wie folgt geöffnet.
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