Molinis im Schanfigg. Für viele nichts weiter als ein Fleck auf der Landkarte. Ein enges Tal, fernab jener Zentren, die im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit stehen. Peripherie. Zugleich aber auch ein Ort mit einem unverwechselbaren Gesicht, einzigartig und lebendig.
Vieles liesse sich sagen über dieses Tal und seine spezielle Tradition, deren Wurzeln in eine weit zurückliegende Zeit reichen. Detailgetreue Schilderungen der Topographie oder des Aussehens der Häuser könnten folgen. Die soziale Struktur liesse sich untersuchen, das politische Zusammenleben könnte erforscht werden. Und doch bliebe die Frage nach der Eigenart, nach der Identität dieses Ortes letztendlich ohne befriedigende Antwort. Denn für die Menschen, die hier leben, ist Molinis ungleich mehr. Aus ihrer Perspektive zerfällt die Geschichte in einzelne, je verschiedene Geschichten, werden Landschaft und Ortsbild zu einem Lebensraum, der durch persönliche Erlebnisse und Erinnerungen geprägt ist. In Molinis leben rund 150 Personen, Kinder und Erwachsene, Alteingesessene und solche, die erst später hinzugekommen sind. Sie bilden eine Gemeinschaft mit einem besonderen politischen, sozialen und kulturellen Gepräge, das ebenso einmalig und besonders ist, wie es die einzelnen Menschen sind, die hier ihren Alltag verbringen. Die Frage nach der Identität dieses Ortes steht auch im Zentrum der Arbeit, die Christoph Rösch für das neue Gemeindezentrum, das auch die Schule beherbergte, konzipiert hat. Dem Künstler geht es aber nicht um die Suche nach einer endgültigen Antwort. Sein Vorgehen kann vielmehr als eine Art verdichtende Vorarbeit verstanden werden,die vielfältige Prozesse in Gang bringen soll. In einem Schreiben hat er alle Einwohnerinnen und Einwohner von Molinis darum gebeten, ihm einen Gegenstand ihrer Wahl für eine Sammlung zu überlassen, die in einem Glaskasten im Kern des Gebäudes ihren Platz finden soll. Ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl des Gegenstandes sollte nicht seine ästhetische Qualität oder ein eventueller kulurhistorischer Wert sein, sondern die Bedeutung, die er für seinen Stifter oder seine Stifterin besitzt. Gefragt waren also Erinnerungsstücke, die mit einem wichtigen Ereignis oder Lebensabschnitt verbunden sind. Christoph Rösch hat die Moliniser und Moliniserinnen aber nicht nur um einen Gegenstand gebeten, sondern auch um die damit verbundene Geschichte. Die Kommentare wurden aufgezeichnet und sind Teil des Büchleins. So erhalten die Leute von Molinis für den Gegenstand und die Geschichte die sie geliefert haben, eine Vielzahlt von Geschichten in bibliophiler Form zurück. Die Objekte erinnern aber nicht nur an Vergangenes, sondern sie stehen auch für die Gedanken und das Bewusstsein der Persönllichkeiten, die sie ausgewählt und für die Sammlung zur Verfügung gestellt haben. Man könnte also sagen, dass die Moliniser Sammlung einem komplexen System entspricht, in dem zahlreiche individuelle Standpunkte repräsentiert sind und Spuren markiert werden, die verschiedene Zeitebenen miteinander verbinden. Davon ist auch die Zukunft nich ausgeschlossen, denn mit der Eröffnung des Gemeindezentrums ist die Sammlung nicht abgeschlossen: Die Idee ist es, dass Nachkommen und Zuzüger die Möglichkeit haben, die Sammlung zu erweitern und zu bereichern?
|
 |
 |
 |
| AKTUELLES | Stromtarife 2012 18.11.2011
Energiepreise und Netznutzungstarife 2012
... - Details
|
|
Entfernung Weidezäune 02.11.2011
Gemäss Baugesetz Art. 20, Abs.2 sind die Weidezäune auf dem Gemeindegebiet von Molinis in der Zeit... - Details
|
|
Abrechnung der Gemeinwerkstunden 2011 25.10.2011
Genauere Informationen... - Details
|
|
Terminkalender
|
| Kein aktueller Eintrag vorhanden. |
|